KI-Fotos auf Events: Modeerscheinung oder echte Neuerung?
- 9. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Seit zwei Jahren steht überall „KI" drauf. Meistens heißt das: ein Filter.
Fangen wir also damit an, was uns nicht beeindruckt.
Filter, die Sie in eine Zeichentrickfigur verwandeln: dreißig Sekunden lustig, vor Ende des Abends weggeworfen. Effekte, die Gesichter verzerren: witzig für drei Leute, unangenehm für die anderen. Generische Avatare, auf denen am Ende alle gleich aussehen.
Wenn das alles wäre, was KI einem Event bringt, würden wir diesen Artikel nicht schreiben.
Was sich wirklich geändert hat
Zwei Dinge, und beide sind interessanter als Filter.
Der Hintergrundtausch ist unsichtbar geworden.
Vor fünf Jahren hieß das Greenscreen. Man spannte ein Tuch, leuchtete es gleichmäßig aus, und das Ergebnis verriet das Verfahren: harte Kanten, Schimmer um die Haare, Menschen, die aufgeklebt wirkten.
Heute gibt es überhaupt keinen Greenscreen mehr. Das System versteht Tiefe, trennt Haare von der Kulisse, kommt mit Brillen und Sektgläsern zurecht und verschmilzt das Licht der Person mit dem des Hintergrunds.
Das Ergebnis: Ihre Gäste erscheinen in einer Kulisse, die es nicht gibt, und niemand sieht, wie es gemacht ist. Auf einem Firmenevent heißt das: die beige Saalwand, das Notausgangsschild und der Cateringwagen verschwinden — ersetzt durch Ihre Markenwelt, eine Skyline, einen verschneiten Wald.
Und die Person bleibt unangetastet. Kleidung, Haltung, Lachen, Namensschild, Glas in der Hand. Nur die Kulisse ändert sich.
KI-Fotos erfinden dagegen alles neu außer der Person.
Genau umgekehrt. Hier bleibt das Gesicht, das Alter, die Statur — alles, woran ein Kollege erkennbar ist — und die Welt darum herum wird vollständig neu gebaut.
Ein Teammitglied wird zum Renaissance-Porträt, zum Astronauten, zum Ritter in Rüstung, zur Figur im Wintermärchen. Perfekt erkennbar, aber in einem Bild, das nie aufgenommen wurde.
Der Unterschied zum Filter lässt sich einfach sagen: ein Filter verändert ein Foto, ein KI-Foto erzeugt ein neues.
Sammelkarten: die eigentliche Überraschung dieses Jahres
Das Format, das derzeit am besten funktioniert — und es kommt nicht aus der Eventbranche.
Das Prinzip: statt eines klassischen Ausdrucks bekommt jeder Gast seine eigene Sammelkarte — Spielkartenformat, grafischer Rahmen, sein Porträt in der Mitte, darunter Name, Rolle, eine Eigenschaft.
Auf einem Firmenevent kann das die Position sein, die Betriebszugehörigkeit, eine Fähigkeit, ein interner Spruch. Auf einer Hochzeit die Beziehung zum Brautpaar — „Trauzeuge", „Cousin der Braut", „der mit dem Junggesellenabschied".
Drei Gründe, warum das besser funktioniert als ein einfaches Foto.
Die Leute vergleichen. Ein Foto steckt man ein. Eine Karte zeigt man dem Nachbarn — und der will auch eine. Die Schlange entsteht von selbst.
Das Format ist kulturell bekannt. Sammelkarten versteht jeder ohne Erklärung — Fußballbilder, Spielkarten, Tauschkarten. Keine Erklärung nötig.
Es wird aufgehoben. Eine Karte im Brieftaschenformat landet nicht unten in der Tasche. Sie kommt auf den Schreibtisch, an den Kühlschrank, in eine Schublade. Ein Objekt, kein Ausdruck.
Und für ein Unternehmen gibt es einen Bonus: eine Kartenserie des ganzen Teams ist internes Kommunikationsmaterial, das nichts extra gekostet hat.
Was wir nicht tun
Ein Wort dazu, was „KI" bei uns nicht bedeutet — die Frage kommt von institutionellen Kunden ausnahmslos.
Keine Gesichtserkennung. Keine Fotosuche per Selfie, kein Gesichtsabgleich, keine Gesichtsdatenbank. Unsere Fotoboxen wissen nicht, wer Sie sind, und versuchen es nicht herauszufinden.
Keine verdeckte Verarbeitung. Die Teilnahme ist freiwillig — fotografiert wird, wer sich aus eigenem Entschluss davorstellt.
Und kein Zwang. Das ist der wichtigste Punkt, und er stammt aus einem echten Einwand, den wir auf fast jedem Event hören.
„Ich will keine KI auf meinem Foto"
Diesen Satz hören wir oft. Meist freundlich gesagt, manchmal weniger.
Wir diskutieren nicht.
Manche finden generierte Bilder künstlich und falsch. Sie haben recht — genau das sind sie. Andere finden sie so kreativ wie die menschliche Fantasie. Auch die haben recht.
Das ist kein Widerspruch, das sind zwei verschiedene Dinge. Und es gibt keinen Grund, warum ein Event sich für eines entscheiden und die halbe Belegschaft enttäuschen müsste.
Also entscheiden wir nicht. Ihre Gäste entscheiden, am Bildschirm, bei jedem Foto. Der Kollege, der sich als Astronaut sehen will, nimmt die KI-Version. Die Kollegin, die ein schönes Bild von sich möchte, so wie sie an diesem Abend aussah, nimmt die klassische — echte Kleidung, echte Haltung, echtes Lächeln, in einer makellosen Kulisse.
Dieselbe Fotobox, derselbe Abend, dieselben fünfzehn Sekunden. Ohne Aufpreis, weil es keine Option ist: es ist eine Wahl.
Was vorzubereiten ist
KI-Themen werden vor dem Event ausgewählt, nicht am Abend selbst. Wir bauen sie gemeinsam mit Ihnen — passend zu Ihrer Marke, zur Jahreszeit, zum Ton des Abends. Über hundert stehen als Ausgangspunkt bereit, und wir können eines eigens für Ihre Kampagne erstellen.
Rechnen Sie mit zwei bis drei Wochen zum Testen, Anpassen und Zeigen, bevor der erste Gast vor der Kamera steht.
Ein Rat allerdings: nehmen Sie nicht fünfzehn. Drei oder vier gut durchdachte Themen funktionieren deutlich besser als ein Katalog, vor dem die Gäste am Bildschirm zögern.
Neugierig, wie das mit Ihrer Marke aussieht? Schicken Sie uns Logo und Anlass, wir zeigen Ihnen ein Beispiel — ganz unverbindlich.



